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Drei-Buchten-Törn

Der Contdown läuft - in nur vier Tagen startet der diesjährige 3-Buchten-Törn. Die Vorbereitungen sind in vollem Gange!
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Nachdem wir, Benedikt und ich, erst am Vorabend um etwa 23 Uhr ankamen, konnten wir diesmal unsere Schiffe nicht vorbereiten, ehe wir uns schlafen legten.

 Wie immer standen die Schilling-Brüder um kurz nach 6 Uhr auf um unsere Schiffe für den Schlepp vorzubereiten. Mike wollte mit seinen zwei Söhnen fahren, ich war noch allein. Ich hätte wirklich sehr gerne einen seiner Söhne mitgenommen, aber auf Nachfrage war keiner bereit mit auf mein Harakiri-Schiff zu kommen.  Kurz danach erzählte mir Axel, dass seine frisch angetraute Sabine noch im  Vorzelt sitzt und sich auf einen langweiligen Tag freut.

NICHT MIT MIR!!! Sofort ging ich zu Sabine und überzeugte sie davon (es war sehr einfach ;-) ) mit mir die Regatta zu segeln.  Weit vor dem Seebrucker Regatta Verein stachen wir in den See, wieder
 mit zwei Schleppverbänden. Mein Schleppverband, gezogen von unserem  treuem Vereinsmotorboot, war bereits ein paar Minuten eher unterwegs.

Die Konstellation war Paul auf seiner WIZZ, Axel mit Björn auf dem FOX und Sabine mit mir auf dem TIGER. Unser zweiter Schleppverband, gezogen  durch unseren 2. Vorstand Ralf – nochmals danke hierfür – kam mit etwas Abstand hinterher. Deren Konstellation war Ralf mit Birgit auf dem ROTKÄPPCHEN, Mike mit seinen zwei Söhnen auf dem 16er und Benedikt mit Boris ebenfalls auf dem TIGER.

Vermisst blieben im Übrigen die zwei Topcats unserer Flotte. Schade hierum, denn wir hätten eure Stimmkraft und eure Ergebnisse gut gebrauchen können!

Es war frostig kalt und überall waren dicht verhangene Wolken. Auch Regen fiel schauerartig auf uns nieder. Kurz und bündig, es war richtig unangenehm und ich war ausgesprochen froh meinen Trockenanzug
 mit Underall zu tragen. Der Südwester kam auch nicht ungelegen. Mike traf eine wichtige und in meinen Augen richtige Entscheidung und brach noch während des Schlepps ab – Respekt!

Leider hat der SCBC nur wenig Anlegemöglichkeiten für Cats. Dies führte dazu, dass unsere Konkurrenz um FlyerXL, C-Cat und Hurricane es vorzogen per Überweisung zu zahlen und direkt an die Startlinie zu kommen. Auch für uns war es nicht ganz einfach anzulegen. Letztendlich machten  Benedikt und ich uns an unserem neugewonnenem Freund dem Alex fest. Alex fährt dieses Ungetüm, den selbstgebauten Trimaran. Der ankerte vor dem Hafen in tieferem Gewässer. Ein Danke an unseren Axel, der sich ins Motorboot schwang und kurzerhand eine Überfahrt an Land organisierte.

 Mit 9 Personen beladen war unser Vereinsboot auch wirklich am Limit und ein wenig kippelig. Trotzdem kamen wir sicher an Land und später auch wieder sicher auf die Schiffe. Die Rückfahrt machte Björn für uns, auch hier vielen Dank. Nachdem ich Sabine in aller Frühe damit überraschte meine Vorschoterin zu werden, vergaß sie zu Hause ihre Schwimmweste.
 Ralf half uns aus, es gab eine Ohnmachtsichere Schwimmweste. Diese haben auch einen Nachteil, aber dazu später.

Die Wettfahrt startete eng, die Startlinie war doch relativ kurz. Es ging erstmal auf Raumen Wind zwischen den Inseln hindurch. Richtung Kirchturm Übersee lag weit unter Land die Leetonne, ab hier war bis zur Stippelwerft alles auf Kreuz zu fahren. Durch die Buchten mit vielen wechselnden Kursen zurück zum SCBC bei Breitbrunn durchs Ziel: Axel setzte sich mit dem Startschuss nach vorne ab und ward nicht mehr gesehen. Tolle Leistung. Auch Benedikt kam recht gut weg, er hatte sich auf Startbootseite durchgesetzt und schnell freien Wind. Während der gesamten Wettfahrt hatte ich den Eindruck, dass du, Benedikt, wesentlich schneller als ich gefahren ist, aber viele unnötige Wege gemacht hast. Das hat einen Platz weiter vorne leider verhindert.Im Gegensatz zu Hans-Joachim, unserem Freund vom SRV auf seinem Eagle 18, waren die beiden in der Chiemseemeisterschaft schon abgeschlagen und ich konnte es verkraften, sie vor mir zu haben.

Hans-Joachim und ich waren vor der Wettfahrt punktgleich, heute würde endlich die Entscheidung fallen. Der Start war von uns beiden schlecht, wir saßen hinter den großen Segeln der Dickschiffe fest. Letztendlich konnte ich mich durch geschicktes Verhalten und Vorrausschauen der möglichen Kurse der folgenden Dickschiffe absetzten und etwas Abstand zwischen uns bringen. Mein Vorsprung hielt bis zwischen die Inseln. Ab hier zog Hans-Joachim eine Show allerfeinster Segelkunst ab. Nicht nur mich, sondern auch Benedikt und Axel überholte er scheinbar mühelos, während ich das Gefühl hatte im Schlick festzustecken. Nun, bei 40 Metern Wassertiefe muss der Grund wohl woanders gelegen haben.

Leider fuhren Sabine und ich mittlerweile im Katfeld hinterher. Wir versuchten noch über einen taktischen Kniff weiter nach vorne zu gelangen, indem wir uns entgegen der anderen Schiffe entschieden und dicht unter die Herreninsel fuhren. Leider war das bei den 2 Bft die herrschten nicht die beste Entscheidung. Wenn ich im nachhinein drüber nachdenke, ist das logisch. Denn wir fuhren in der Inselabdeckung auf
 den Trichter zwischen Herreninsel und Autobahn zu. Das bedeutet der Wind hatte freien Fahrt durch den Trichter und hat deshalb dafür gesorgt,  dass wir nicht in den Trichter einfahren konnten ohne dabei immer weiter abzufallen, was gleichbedeutend mit wegfahren von unserem Ziel war. Unsere Taktik hätte nur bei absolutem Schwachwind funktionieren können.Wieder was gelernt für die Zukunft.

Auf dem Weg zur Luvtonne bei der Stippelwerft gratulierten wir noch Hannes Bandtlow vom SRV auf seinem 5.5 M R zu seiner guten Platzierung in der Chiemseemeisterschaft. Noch war er Zweiter, am Ende der Wettfahrt wurde er zum Chiemseemeister 2014 gekürt! Herzlichen Glückwunsch Hannes. Auch er hatte entscheidend dazu beigetragen, den SRV in der Vereinswertung vor uns zu halten.

Um die Luvtonne war endlich wieder Gennakerzeit. Raus mit dem Fetzen und mit richtig Tempo durch die Schiffe. Noch war die Hoffnung da den einen oder anderen Platz gut machen zu können. Die anderen Cats, Benedikt und Axel, waren zwar ein Stückchen vorraus, aber hier kann ja alles passieren. Während der Passage kamen uns im Übrigen der C-Cat und der FlyerXL bereits wieder entgegen, auf dem Heimweg. Starke Leistung, wieder weit abgesetzt. Außerdem sahen wir noch eine Klassenregatta der Klasse 2.4 M R, der Aufbau der Schiffe ist auch gut für Segler mit körperlicher Einschränkung geeignet. Ein tolles Bild!

Wir fuhren unsere Halse, alle Komandos passten – RUND ACHTERN!!! Dummerweise hatte ich den Zeitpunkt nicht optimal festgelegt, denn es kam aus unserem Luv eine Yacht mit Spi. In diesem Spi war eine Eieruhr. Das Schiff hatte offensichtlich Probleme damit und ich wollte im Zuge fairer Seemannschaft, obwohl ich Wegerecht hatte, nicht in die Quere kommen! Ich entschied mich anzuluven und hinter der Yacht, ebenfalls Teilnehmer der Chiemseemeisterschaft, durchzufahren. Wie der Wind es so will, bekamen wir just in dem Augenblick eine ordentliche Bö ab. Ich hätte Abfallen müssen, nichts wär passiert. Ich konnte aber nicht abfallen, denn hier war noch immer die Yacht mit Eieruhr im Spi, ich lies also den Genaker los, war aber leider schon zu weit angeluvt, die
 Fock und das Groß hatten bereits genug Power – wir kenterten. Sabine schwamm mit Ralf’s Ohnmachtsicherer Schwimmweste wie eine Hund, der seine Füße nicht ins Wasser bekommt. Gerade so, mit vereinten Kräften erreichte sie das gekenterte Boot. Erstmal auf den Schwimmer setzen und ausruhen. Das Aufstellen war kein Problem, hier haben wir beide mittlerweile genug Erfahrung.

Als wir wieder auf dem Schiff saßen,bekamen wir erstmal einen kleinen Lachflash. Nichts weiter passiert, nur noch weiter hinten. Die letzten Meter waren recht unspektakulär, außer das Alex mit seinem Ungetüm nochmal aufkam und ich ihm schon mal gratulierte. Eine kleine Notiz am Rande: Das Wasser war herrlich warm und Paul kam trotzdem nicht! (Sorry Paule :-) )

Am Abend ging’s auf die Siegerehrung, denn wir waren mit unserem Kumpel Alex verabredet. Uns Brüdern schlossen sich Ralf, Paule und Boris an. Boris ist 12 Jahre und segelt im SegelClubChieming. Benedikt lernte ihn beim Chiemo-Cup kennen. Bei etwas Bier und guter Musik schlug uns Friedl Liese vor, für uns mal einen Regattakurs zu veranstalten. Natürlich hatte auch meine Kenterung die Runde gemacht. Ich durfte die Geschichte an dem Abend locker ein halbes Dutzend mal vortragen. Und jeder hatte natürlich gute Ratschläge für mich. Die Kontakte die ich an diesem Abend pflegte sind zahlreich,nur um ein paar aufzuzählen:Hannes Bandtlow (SRV), Familie Kolbinger (SRV), Friedl Liese (WVF), Reinhard Egner (DCC), Robert Egner (SRS), Alex Neumayer (YCU) und natürlich Hans-Joachim Wimmer (SRV)

Um etwa 0 Uhr löste sich alles auf und wir fuhren glücklich, nicht ganz zufrieden mit der eigenen Segelleistung, nach Hause.

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